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Trotz, oder wegen Corona-Krise: 84 Prozent der Freelancer wollen keine Festanstellung

By |July 2020|Tags: |

1.3 Mio Menschen in Deutschland arbeiten als Freelancer (i-Pros), 600.000 von Ihnen im digitalen Sektor. Mit über 61% Wachstum in denen letzten 15 Jahren sind Freelancer die am schnellsten wachsende Arbeitsmarktgruppe in Europa (Eurostats,2019; EFIP/Malt – Freelancing in Europe 2019) Von Natur aus agil und in den neuesten Arbeitsmethoden geschult sind sie einer der Eckpfeiler für Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation. Auf Malt, dem ersten europäischen B2B-Marktplatz für digitale Freelancer und Unternehmen, haben wir nun untersucht wie sich die Coronakrise auf unsere Community von insgesamt 180.000 Freelancern ausgewirkt hat. Gemeinsam mit BCG haben wir über 2500 Umfrageergebnisse von Malt-Freelancern ausgewertet. Im Folgenden stellen wir die zentralen Ergebnisse für Deutschland vor.

Studienergebnisse ansehen

Freelancing bleibt erste Wahl

Fast alle Freelancer mussten mit Auftragseinbrüchen zurechtkommen. Kein besonders überraschendes Ergebnis, wenn man die Umstände der letzten Monate betrachtet. Doch es gibt Unterschiede je nach Berufszweig der Freelancer.

Anteil der Freelancer pro Berufskategorie, denen mindestens ein Projekt abgesagt wurde: 
89% Film, Ton & Design
86% Kommunikation & Marketing
61%  Projektmanager & Agile Coaches
78% Unternehmensberater
75%  IT & Data
73% Andere

Während Aufträge im Bereich Tech & Data, sowie auch im Projektmanagement häufiger beibehalten wurden, wurden Freelancern im Kreativ- und Kommunikationsbereich häufiger Projekte abgesagt.

Trotz der teilweise starken Auftragseinbuße bei den digitalen Freiberuflern will sich die Mehrheit aber nicht vom Freelancer-Weg abwenden und weiterhin unabhängig bleiben: 84% sagen, dass sie Freelancer bleiben und nicht in eine Festanstellung wollen. Dieser Trend ist bei Tech & Data (92%) und unter den Projektmanagern und agilen Coaches (86%) noch stärker. 92% der befragten Freelancer waren davor schonmal in einer Festanstellung.

Trotz großer Verluste bleibt Freelancing die erste Wahl unter Freelancern. Angesichts der massiven Demokratisierung von Fernarbeit und der durch Covid-19 hervorgebrachten Beschleunigung der Digitalisierung, positionieren sich Freelancer außerdem gerade als die idealen Ressourcen, um die digitale Transformation voranzutreiben.

Schon vor der Krise: Freelancer sind Spezialisten der Fernarbeit

Die Veränderungen, in die viele Unternehmen durch Covid19 gezwungen wurden, werden von Freelancern bereits seit Jahren gelebt. Auch das macht die Umfrage deutlich.

Bereits vor der Krise haben Freelancer 45% ihrer Zeit remote gearbeitet, 41% vor Ort beim Kunden und die restlichen 14% an sonstigen Orten, wie z.B. Co Working Spaces. Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass jeder zweite Freelancer sich während der Ausgangssperre weiterhin produktiv gefühlt hat. Auch die Kommunikation mit ihren Kunden lief für 64% der Freelancer gut oder sehr gut. 68% der Freelancer arbeiten mit agilen Arbeitsmethoden. Eine weit über dem Durchschnitt liegende Nutzung, die die Autonomie und die Entscheidungsfindung im Team erleichtert, auch auf Distanz.

Sie wenden regelmäßig innovative und flexible Arbeitsmethoden an und haben bereits vor der Krise ein hybrides Modell von Heimarbeit und Einsätzen beim Kunden angenommen.

Dieses Organisationsmodell dürfte in den kommenden Monaten für eine große Zahl der Unternehmen die Norm werden. Digitale Freelancer sind auf diese Umstellung bereits heute bestens vorbereitet.

Digitale Freelancer sind zudem keine Berufseinsteiger. Ihr Durchschnittsalter beträgt 45 Jahre. Über 50% von Ihnen haben bereits 8 Jahre und länger Erfahrung, die sie bei vielen verschiedenen Kunden gesammelt haben. Damit bringen sie Fähigkeiten in Unternehmen, die manchen Festangestellten, die weniger an Autonomie geübt sind, noch fehlen: Weitblick, Neutralität und Flexibilität.

Freelancer als Vorreiter der digitalen Berufswelt von morgen

Perfekte Voraussetzungen für die Zukunft: Freelancer sind das Material, aus dem die digitale Transformation gemacht wird. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für den Einsatz von Freelancern als jetzt, um eine neue Perspektive einzubringen und den bereits begonnenen Transformationsprozess weiter voranzutreiben. Trotz Budgetkürzungen und Einstellungsstopps müssen Projekte kurzfristig wieder aufgenommen werden. Gleichzeitig gewöhnen sich viele Festangestellten immer noch an die Fernarbeit. Hier können Unternehmen von einem hochqualifizierten und erfahrenen Freelancer profitieren, der Hand in Hand mit den Mitarbeitern arbeitet, ihnen einen Teil seiner Fähigkeiten vermittelt und eine oft benötigte Außenperspektive einbringt.

“Obwohl Freelancer in den letzten Monaten eine Verlangsamung ihrer Tätigkeit erlebt haben, haben wir eine Wiederaufnahme der Aufträge vor dem Ende der Sperrfrist erlebt , insbesondere durch Unternehmen, die ihre digitalen Transformationsprojekte beschleunigen wollen. Viele Unternehmen erkennen bereits, dass sie die Fähigkeiten und Fertigkeiten von Freelancern heute mehr denn je benötigen.”  (Vincent Huguet, CEO und Mitbegründer – Malt)

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